Solange sich die Vampire Berlins zurück erinnern können, wird die Mutter von den Vampiren Berlins verehrt und gefürchtet. Sie war in Berlin, bevor diese Stadt überhaupt ihren Namen trug und steckt in allem, was diese Stadt ist und prägt. Für jeden Vampir ist sie etwas anderes, doch man mag halten, was man von ihr will, am Ende ist für alle klar: Alle spüren ihre Präsenz und niemand bestreitet, dass sie über alles wacht. So unumstritten ihre Existenz ist, niemand ist ihr je begegnet. Niemand, außer vielleicht den Kindern der Mutter. Sie sind mysteriöse Gestalten, von denen wenig bekannt ist. Nicht mal, ob es sich um die tatsächlichen Kinder der Mutter handelt. Klar ist, dass sie im Sinne der Mutter handeln und von ihrer Macht erfüllt sind. Drei Kinder sind bekannt:
Der Schwurmeister
Er spricht, und selbst der Stein gehorcht.
Der Schwurmeister ist Ordnung, die atmet. Er bindet mit Blicken, zählt mit Worten und trägt jede Schuld, die gesprochen wird. Wenn er dich beim Namen nennt, kannst du nur folgen – oder fallen. Man sagt, er sei die Stimme der Mutter in Eisen gegossen.
Die Blutwächterin
Sie sieht, was getan wurde – und wer es nicht durfte.
Die Blutwächterin spricht nicht. Sie urteilt mit Stille. Wer das Blut einesgleichen vergießt, spürt ihren Blick. Sie kommt nicht oft – aber wenn, dann endet etwas. Manche sagen, sie trägt den Zahn der Mutter unter der Zunge.
Die Wilde
Sie kommt aus dem Nebel. Auf vier Beinen. Oder zwei. Oder keinem. Die Wilde ist der Atem des Waldes, das Knacken im Unterholz, das Tier im Fleisch. Sie jagt nicht – sie folgt. Und wer läuft, wird geprüft. Ihre Augen leuchten in der Dunkelheit, ihr Fell riecht nach Blut und Erde. Sie spricht mit Krallen, mit Hunger, mit Lauten, die niemand aufschreibt. Wer ihr begegnet, vergisst seinen Namen. Und erinnert sich daran, was er wirklich ist.
Alle drei treten selten in Erscheinung und interessieren sich nicht für das Klein-Klein im Eisernen Hof – solange die Traditionen der Mutter gewahrt sind. Diese sind aus der stillen Gegenwart der Mutter hervorgegangen. Die Wahrung von ihnen wird von jeweils einem Kind bewacht und sichergestellt.
[Das obrige Bild wurde mit KI auf Canva erstellt.]
