Berlin ist die Bühne eurer Charaktere und unserer Welt. Doch vor Berlin gab es mehr: der Weg nach Berlin. Jede Figur hat sich zu einem Zeitpunkt entschieden, das Rätsel hinter der Stadt zu ergründen und hier Sicherheit und Zuflucht zu suchen. Berlin liegt zentral in Europa, ist für die meisten schnell und unkompliziert erreichbar, doch für Vampire ticken die Uhren anders: Schon eine Stunde eingesperrt in einem engen Flugzeug kann für sie zum Verhängnis werden: zu weit vom Boden entfernt, keine Ausstiegsmöglichkeit, zu viele Beobachter auf kleinem Raum. Außerdem macht das Nachtflugverbot des SXF den Nachtfliegern einen Strich durch die Rechnung. Mehr Optionen auf dem Boden: Zug, Bus und Auto bleiben. Egal, wofür ihr euch entschieden habt, Brandenburg ist Niemandsland, ist das Tor zur Hölle, ist wie ein Albtraum, in den man hineingezogen wird. Die sterbliche Welt beginnt zu verschwinden. Autos bleiben früher oder später stehen, Busse haben eine Panne, Züge werden langsamer, stoppen schließlich ganz oder ihr verschwindet irgendwo zwischen zwei Bahnhöfen, gefangen in einer Zwischenwelt. Brandenburg zieht an euch. An eurem Körper und eurer Seele. Schatten lauern in eurem Rücken. Straßen und Schienen führen ins Nichts. Schreie hallen durch die Dunkelheit. Ihr könnt rennen und versuchen, ihnen zu entkommen, doch mehr und mehr wird sich eure Umgebung ins Unkenntliche verändern. Bäume und Erde werden zu Fallen. Ihr dreht euch im Kreis, verliert die Orientierung. Brandenburg verwandelt sich in das, was es ursprünglich war: ein Sumpf, der euch verschlingen will. Ihr seid kurz davor aufzugeben, denn in diesen Albtraum hineinzustolpern bedeutet, sich selbst zu verlieren. Ein Schicksal selbst für die Stärksten unter euch. Doch dann: Eine sanfte Stimme – ruhig und vertrauensvoll. „Folgt mir. Ich kenne den Weg.“ Ein Mann, recht unscheinbar, bereitet euch den Weg durch diesen Albtraum: Er findet einen Pfad. Elias.
Elias ist euer Retter, wird zu eurem Rettungsboot und zum ersten Freund und Verbündeten in dieser neuen Welt. Er bringt euch sicher über die Grenze, weg von den Schrecken, die um euch lauerten oder die ihr mitgebracht habt. Ihr betretet seine Wohnung im Keller eines Hauses in Marzahn, vollgestellt mit alten Büchern, die niemand lesen wollte, aber Elias bewahrte. Dort bleibt ihr etwas, bis er einen Platz für euch findet bei einer anderen Seele, die es geschafft hat, anzukommen. Er ist für euch da, hilft in der ersten Zeit mit allem, was er hat, aber es kommt immer irgendwann jemand Neues, dem er den Weg zeigen muss. Zu viele Seelen und nicht alle schafft er, zu retten. Vielleicht habt ihr auf eurer Einreise schon wen verloren. Elias kennt jeder in der Stadt, aber er strebt nach nichts. Sammelt keine Schulden, sammelt keine Gefallen, Macht oder Ruhm. Er beantwortet eure ersten Fragen und gibt euch, was er hat, wenn ihr es wirklich braucht. Er meidet den Hof und seine Ränke, so gut er kann. Es ist das Beste, was ihr in Berlin finden werdet, wenn eure Währung Güte und Menschlichkeit ist. Niemand hat tiefer in den Abgrund der Schrecken dieses Ortes geblickt und kann davon noch berichten. Welchen Preis hat er dafür bezahlt oder bezahlt er ihn Nacht für Nacht und erträgt es mit Hoffnung und einem Lächeln?
[Das obrige Bild wurde mit KI auf Canva erstellt.]
