Spitzname: Incubi/ Succubi
Clansdisziplinen: Celeritas, Majestät, Vigor
Clansschwäche: Ennui. Daeva leben für ihre Empfindungen und leiden mehr als jeder andere Clan unter Langeweile. Beginnst du, dich auf einer Session zu langweilen – weil nichts los ist, oder weil dich das Einerlei der Dialoge, die Durchsichtigkeit der Intrigen oder die armselige Qualität eines Vortrags annervt – vergegenwärtige dir, dass das für deinen Charakter noch viel schlimmer ist, und werde aktiv. Konstruktiv, kreativ, destruktiv… oder indem du dich offensiv dem Rausch, der Sünde oder anderen Ablenkungen hingibst.
Dieser Clan, der auch „der Clan der Sünde“ genannt wird, ist die Verkörperung des Vampirs als triebhaftes, vollständig von seinen Leidenschaften dominiertes Wesen. Der Dracula aus Bram Stokers gleichnamigem Roman, der lüstern über die durch seinen übernatürlichen Charme bezauberte Mina Harker herfällt, ist ein Archetypus dieses Clans. Genauso findet man das Bild des Daeva in der mittelalterlichen Dämonengestalt des Succubus, der sich nachts in die Schlafgemächer stiehlt, um den Schlafenden die Kraft zu rauben.
Es gibt niemanden, der sich der gefährlichen Faszination eines Daeva entziehen kann. Selbst die jungen unter ihnen bewegen sich wie Prinzen und Prinzessinnen in der Vampirgesellschaft, getragen von der Gewissheit, dass ihr Lächeln auch die größte Bestie zähmt.
Sollte der Charme eines Sünders dann doch einmal versagen, so verfügt der Clan über beinahe grenzenlose Kraft, die es ihm ermöglicht, seine Argumente auch weniger galant zu unterstreichen. Gepaart mit der sagenhaften Geschwindigkeit, sind sie in der Lage, Vampire in Sekundenschnelle zu Asche zerfallen zu lassen und unter Menschen ein Blutbad anzurichten.
Als der fleischlich-körperlich erfahrbaren Welt verhangene Wesen sind die Daeva der Clan, dem man auf den ersten Blick noch am ehesten ein Verständnis für die menschliche Kondition nachsagen kann., sodass gerade die jüngeren unter den Sündern oftmals große Zuneigung für die „niedlichen“ Menschen empfinden – oder diese zumindest sehr überzeugend vorheucheln. Jedoch stößt diese Affektion sehr schnell an ihre Grenzen.
Daeva verlieren oft das Interesse an ihren Spielgefährten – oder Spielzeugen? – und so werden Menschen in rasender Geschwindigkeit zu austauschbarem Fleisch, dass nur noch für die Befriedigung der eigenen, immer extremer und perverser werdenden Gelüste dient. Alte Daeva langweilt auch dieses Spiel nur zu schnell, sodass sie sich ein riskanteres Spielfeld suchen müssen: Die eigenen Artgenossen.
Denn was interessieren einen Sünder schon die mühevoll ausgetüftelten Pläne der anderen Vampire, wenn man durch einen einfachen Wink gottgleiche Verehrung erlangen kann und ansonsten in der Lage ist, alles und jeden in einen blutigen Klumpen zu verwandeln, der sich einem in den Weg stellt? Hat man diese scheinbare Göttlichkeit doch mit dem Geist eines hoffnungslos Süchtigen erkauft, der nur noch für den eigenen Rausch lebt und immer extremere Empfindungen braucht, um überhaupt noch etwas fühlen zu können. Diese Sucht treibt einen immer weiter, bis der Sünder vom eigenen Rausch gänzlich verschlungen wird…